Gutachterverfahren Innenstadt Pinneberg

Städtebaulich-freiraumplanerisches Gutachterverfahren zur Erweiterung der Innenstadt, 1. Rang

Ort: Pinneberg, Schleswig-Holstein
Auslober: Stadt Pinneberg
In Arbeitsgemeinschaft mit: TGP Trüper, Gondesen Partner Landschaftsarchitekten, Lübeck
Bearbeitungszeitraum: März bis Mai 2011
Fläche Plangebiet: ca. 10 ha, Planung von ca. 12.000 m² BGF Einzelhandel, ca. 1.900 m² BGF Büro, ca. 9.400 m² BGF Wohnen

Hauptidee des Siegerentwurfes von ELBBERG und TGP Landschaftsarchitekten ist die Verdichtung von Einzelhandelsflächen um den alten Drostei- und Rathausvorplatz herum, um so alte und neue Nutzungen intensiv über eine attraktive gemeinsame Mitte und hochwertige Stadträume zu verknüpfen.

Die Stadt Pinneberg verfügt über ein großes Potenzial in ihrer kleinstädtischen stadträumlichen Struktur und Raumqualität, die es weiter herauszuarbeiten gilt. Die Drostei ist der Identitätsanker Pinnebergs vis á vis zum Rathaus; beide fassen den Drostei-Platz in einem spannungsreichen Gegenüber als Ort der Begegnung von Wirtschaft und Politik. Hier schlägt das »Herz der Stadt«. Deshalb sollten alle städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen diese »Mitte an der Drostei« stärken. Die Pinnau dient als natürliche Grenze der Innenstadt und somit auch als Begrenzung der Einzelhandelslagen.

Die durch die vorgesehene Verlegung der Friedrich-Ebert-Straße frei werdenden Flächen sollten intensiv genutzt und (auch) bebaut werden. So gelingt eine attraktive und kompakte Weiterentwicklung der Innenstadt in Richtung Pinnau. Ganz nebenbei wird damit die Straßenverlegung auch stadtwirtschaftlich sinnvoll und kann durch Flächenerlöse gegenfinanziert werden.

Die kompakte Ergänzung wird die »Mitte an der Drostei« stärken. Es werden kurze Laufwege entstehen, gemischte Nutzungen in einer angemessenen Dichte erschließen sich über Rundläufe durch die Innenstadt. Die neuen, von der Stadt gewünschten, zum Teil großflächigen Einzelhandelsflächen werden von der Ebertpassage nach Süden an die westliche Dingstätte angebunden. So verzahnen sich die Neubauvorhaben in spannungsreicher Form mit den bestehenden Einzelhandelslagen.

Die Rathauspassage wird aufgenommen und in der neuen Ebertpassage als neuer belebter Fußgängerbereich bis zum Pinnauplatz fortgeführt. Eine spannungsreiche Folge von Plätzen und Gassen entsteht in einer Maßstäblichkeit, die den Platz an der Drostei als Mittelpunkt Pinnebergs betont. Einzelhandel, Wohnen und Büroflächen machen die neuen Stadträume zu einem ganztägig belebten Stadtbaustein.

Die Pinnau wird aufgewertet und als natürliche Grenze der Innenstadt erlebbar gemacht. Die Ausgestaltung attraktiver Entrées am Pinnauplatz und Entrée-West an der westlichen Dingstätte macht die Innenstadt erlebbar und bildet attraktive Pendants zum Entrée-Ost an der Dingstätte/Fahltskamp.

ELBBERG wurde auf der Grundlage dieses Entwurfes mit der Rahmenplanung und der Erstellung des Bebauungsplanes für die Pinneberger Innenstadt beauftragt. In diesem Zuge wurde durch eine politische Grundsatzentscheidung bei der Weiterentwicklung des Entwurfes auf eine Verlegung der Friedrich-Ebert-Straße verzichtet. Das Projekt wird durch das Städtebauförderungsprogramm »Aktive Stadt- und Ortsteilzentren« gefördert.