Gestaltungssatzungen Altes Land

Aufstellung von Gestaltungssatzungen für die Gemeinden Jork, Hollern-Twielenfleth, Mittelnkirchen, Neuenkirchen und Steinkirchen

Ort: Altes Land bei Hamburg
Auftraggeber: Samtgemeinde Lühe, Gemeinde Jork
Bearbeitungszeitraum: seit 2002
Fläche: diverse Geltungsbereiche

Die Gestaltungssatzungen im Alten Land sind ein Instrument zum Schutz der bedeutenden kulturhistorischen Strukturen und zur zukünftigen Gestaltung des Ortsbilds. Sie gelten für die äußere Gestaltung der Gebäude, bauliche Anlagen sowie Grundstückfreiflächen und sind bedeutend bei Neubauten und Veränderungen an bestehenden Gebäuden.

Die charakteristische Siedlungsform im Alten Land ist das Reihendorf, entstanden durch die holländische Fluraufteilung in nach Länge und Breite vermessene Hufe. Die aneinander gereihten langgestreckten Beetstreifen orientieren sich an einer meist gradlinigen Straße (Marschhufendorf) oder an einem dem Flussverlauf folgenden Deich (Deichhufendorf) mit der jeweiligen Hofstelle giebelständig zur Straße. Diese historischen streifenförmigen Parzellierung- und linearen Siedlungsstrukturen sowie der flächige Obstbau sind die prägenden Merkmale der Kulturlandschaft des Alten Landes.

Die Veränderungen des Ortsbilds vollzogen sich ab ca. 1860 mit dem Wandel von Fachwerkbau zum Massivbau. Anstelle von zuvor aus der Umgebung gewonnen Baumaterialen wie Holz, Ziegel und Reet wurden zunehmend massive Ziegel- und Putzbauten sowie Pfannen-, Bieberschwanz- oder Schieferdachdeckungen errichtet. Die Verfügbarkeit aller Baustoffe in allen Regionen des Landes und die immer schneller wechselndes Moden haben im Alten Land ortsbildprägende Spuren hinterlassen. Gebäude mit Betonfassaden, Kalksandstein und Flachdächern stehen in bunter Reihe neben historischen Fachwerkhäusern mit Reetdeckung und drohen das eindrucksvolle Bild dieser vom Menschen geschaffenen Kulturlandschaft zu zerstören.

Baufibel Altes Land