Zulässigkeit von Wohnen im Gewerbegebiet

1. Änderung des Bebauungsplans Nr. 18

Ort: Gemeinde Handewitt
In Zusammenarbeit mit: Ingenieurbüro für Akustik Busch, Kronshagen 
Auftraggeber: Gemeinde Handewitt
Bearbeitungszeitraum: 2015-2018
Fläche: ca. 10 ha


Im Gewerbegebiet „Werkstraße“ in Handewitt wurden in den letzten Jahrzehnten diverse Wohnhäuser gebaut oder Gebäude zu Wohnungen umgenutzt, was  nach dem geltenden Bebauungsplan in einem Gewerbegebiet nicht zulässig ist. Um das Gebiet zukunftsfähig weiterzuentwickeln haben sich die Verwaltung, die Politik und die Eigentümer der Werkstraße darauf geeinigt, Teile des Gebietes als Mischgebiet festzusetzen, um damit das Wohnen zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen bestehende Gewerbebetriebe erhalten und in ihrer Nutzung nicht eingeschränkt werden. Es wurde ein Bebauungsplankonzept entwickelt, das möglichst viele der Anforderungen erfüllt.

Eine Herausforderung im Verfahren lag in dem Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe und dadurch entstehenden Lärmkonflikten. Als Lösung wurde die bisher nicht zulässige Wohnnutzung als „heranrückende Wohnbebauung“ beurteilt und muss sich daher selber durch „Architektonische Selbsthilfe“ schützen. Dabei fand eine Differenzierung zwischen lärmzugewandten und lärmabgewandten Seiten statt, um die Wohnnutzung nicht zu stark einzuschränken.

Nach in Kraft treten des Bebauungsplans sind alle Eigentümer mit Wohnnutzung gehalten, einen Bauantrag zu stellen, um sich die Nutzung genehmigen zu lassen. Dabei müssen auch alle anderen Vorgaben des Bebauungsplans erfüllt werden.

Maßgeblich für den Erfolg des Planverfahrens war der intensive Austausch mit allen Beteiligten über das Maß einer üblichen Beteiligung im Bauleitplanverfahren hinaus.