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Stadtumbaumanagement »Michaelisviertel« Hildesheim

Stadtumbaukonzept und begleitendes Stadtumbaumanagement für ein innerstädtisches Quartier

Ort: Hildesheim
Auftraggeber: Stadt Hildesheim, Fachbereich Stadtplanung und Stadtentwicklung
In Arbeitsgemeinschaft mit: Convent-Mensing, Hamburg
Bearbeitungszeitraum: 2009-2011
Fläche: ca. 25 ha

Das Michaelisviertel liegt innerhalb der historischen Wallanlagen und ist einer der zentralen Stadtteile Hildesheims westlich der City. Das gleichnamige Stadtumbaugebiet wurde im Juni 2009 förmlich festgelegt, es hat eine Größe von ca. 25 ha mit ca. 1.200 Haushalten. Mit dem UNESCO-Weltkulturerbe St. Michaelis verfügt das Quartier über einen der wichtigsten kulturellen und touristischen Anziehungspunkte der Stadt und hat damit eine herausragende Bedeutung für die Stadtentwicklung.

In dem geschlossenen Wohnquartier mit Wohnbeständen überwiegend aus den 50er Jahren zeigen sich Tendenzen der Überalterung von Eigentümern- und Mieterstrukturen sowie ein insgesamt modernisierungsbedürftiger Wohnungsbestand. Angesichts deutlich werdender städtebaulicher Funktionsverluste durch die rückläufigen Bevölkerung und den demographisch bedingten Nachfragerückgang wird die Entwicklungsperspektive des Viertels eingeschränkt.

Zu den Zielen des Stadtumbaus im Michaelisviertel gehören u. a. die Inwertsetzung des Gebäudebestands, die Attraktivierung des Wohnens, die Verbesserung des Wohnumfelds, der sozialen und kulturellen Infrastruktur sowie der Verkehrssituation.

2010 wurden die erste Maßnahmen der Fassadensanierung von stadtbildprägenden Gebäuden, u.a. in der Ritter- und Michaelisstraße, fertiggestellt. Dieser beispielhaften Sanierung folgt die Erneuerung weitere Immobilien im Stadtumbaugebiet.

Im Rahmen des Stadtumbaumanagements wurde die Idee entwickelt, eine nachhaltige Energieversorgung für das Quartier aufzubauen. Die städtischen Versorgungsbetriebe bauen derzeit ein neues Nahwärmenetz auf, das aus nachwachsenden Rohstoffen aus der Region (Holzhackschnitzel) betrieben werden wird. Es ist beabsichtigt, neben den großen öffentlichen Einrichtungen sukzessive auch den gesamten Wohnbestand im Michaelisviertel an das Nahwärmesystem anzuschließen. Damit ist das Viertel „Vorreiter“ bei einer weitgehend CO2 -neutralen Wärmeversorgung in innerstädtischen Bestandsquartieren.