Hollerstraße Anfang des 20. Jahrhunderts (© K. Osthoff, Büdelsdorf)
Hollerstraße Anfang des 20. Jahrhunderts (© K. Osthoff, Büdelsdorf)

Hollerstraße West in Büdelsdorf

Städtebauliche Rahmenplanung für das Sanierungsgebiet Hollerstraße West in Büdelsdorf und Eckernförder Straße / Meynstraße in Rendsburg im Rahmen des Stadtumbau West.

Ort: Büdelsdorf und Rendsburg
Auftraggeber: BIG Städtebau GmbH, Kiel treuhänderisch für die Städte Büdelsdorf und Rendsburg
Bearbeitungszeitraum: 2010–2011
Fläche: ca. 18 ha

Das Sanierungsgebiet liegt auf der Grenze der Nachbarstädte Büdelsdorf und Rendsburg und umfasst in weiten Teilen den ursprünglichen, vorwiegend gründerzeitlichen Dorfkern der heutigen Stadt Büdelsdorf mit der ehemals zentralen Geschäftsachse der westlichen Hollerstraße.

In den letzten Jahrzehnten haben sich die Einzelhandelsflächen an den östlichen Teil der Hollerstraße verlagert und bilden dort ein erfolgreiches Versorgungszentrum. Als Folge leidet das alte Ortszentrum nun unter weitreichender Unternutzung und Leerstand der nicht mehr zeitgemäßen Ladenflächen zusammen mit funktionalen, baulichen und gestalterischen Mängeln im gesamten Sanierungsgebiet.

Anstatt die alte Zentrumsfunktion wieder ertüchtigen zu wollen, akzeptiert das Sanierungskonzept die eingetretene Zentrenentwicklung und verfolgt einen weitgehenden »Stadtumbau« des Straßenzuges der Hollerstraße West hin zu einer Wohnstraße zusammen mit nunmehr erheblich verringerten und verdichteten Geschäfts- und Dienstleistungsnutzungen.

Die maßgeblichste Ordnungsmaßnahme dabei ist die Rückwandlung des heute durch den Verkehr geprägten Straßenraumes in einen benutzbaren Aufenthaltsraum nach historischem Vorbild. Dabei werden die verschwundenen Vorgärten und Vorzonen der Gebäude wieder hergestellt, um auch in den ehemaligen Ladenflächen der Wohn- und Geschäftshäuser ein würdiges Wohnen zu ermöglichen. Gleichzeitig wird die Höchstgeschwindigkeit auf wohngerechte 30 km/h reduziert.

Für eine Teilfläche von ca. 1 ha in rückwärtiger, aber zentraler Lage im Gebiet wird neue Wohnbebauung vorgesehen für junge Familien und alte Menschen mit ca. 50 Wohneinheiten inkl. Pflegewohnen. Geplant ist ein Mehrgenerationenkomplex in Geschoßbauweise mit einem Quartierszentrum und sozialen Diensten, das sich zur Hollerstraße orientiert sowie Einfamilienhäuser in Doppelhaus und Reihenbauweise.