Hanseviertel III Lüneburg

Städtebauliches Konzept und planungsrechtliche Umsetzung für das Areal der ehemaligen Schlieffen-Kaserne

Ort: Lüneburg
In Arbeitsgemeinschaft mit: Breimann & Bruun Landschaftsarchitekten, Hamburg
Auftraggeber: Hansestadt Lüneburg
Bearbeitungszeitraum: seit 2015
Fläche: ca. 50 ha

Die Hansestadt Lüneburg betreibt seit 2005 die Konversion der ehemaligen Schlieffen-Kaserne zu einem innenstadtnahen Wohnquartier. Auf Grundlage des rechtskräftigen Bebauungsplans Nr. 129 „Schlieffen-Park“ und der 1. Änderung des Bebauungsplans Nr. 129 (ELBBERG) wurden bereits große Wohnareale an der Hansestraße sowie das neue Zentrum an der Tartuer Straße erschlossen und unter dem neuen Quartiersnamen „Hanseviertel“ erfolgreich vermarktet.

In der weiteren Entwicklung des Hanseviertels, im Bereich der ehem. Polizeikaserne, erfolgt eine stärkere Betonung des Geschosswohnungsanteils in Miet- und Eigentumsformen, so dass neben einer moderaten Verdichtung des Stadtteils auch eine soziale Mischung durch Eigentümer und Mieter in unterschiedlichen Haushaltsformen erreicht und somit ein „demografiefestes“ Quartier entwickelt werden kann. Der geförderte Wohnungsbau wird mit ca. 30% (ca. 250 WE) eine hohe Bedeutung für den Wohnungsmarkt haben.

Mit dem städtebaulichen Konzept wird beabsichtigt, die planerischen Prämissen des nördlich angrenzenden Hanseviertels weiter zu entwickeln. Ein starkes Raumgerüst mit orthogonalem Erschließungsraster und einem großzügigen Freiraumsystem bildet die Grundstruktur des Gesamtquartiers. Die verdichtete Randbebauung entlang der Quartiersränder ist hierbei die raumbildende Struktur, die mit aufgelockerten Stadthausstrukturen in den Innenbereichen ein Wechselspiel bildet.

Das Konzept entwickelt vielfältige Teilquartiere innerhalb eines klaren Gesamtsystems. Neben dem vorhandenen Zugang zum Behördenzentrum und dem Bereich Tartuer Straße (Entreé West) wird ein zweiter Quartierszugang von der Bleckeder Landstraße geschaffen. Als neues Entreé Ost wird das ehem. Kasernentor freiräumlich inszeniert, die zentrale Erschließung erhält eine großzügige Freiraumausstattung mit Baumpflanzungen und führt die Besucher des neuen Stadtquartiers direkt auf das ehem. Casino im Norden.

In den westlichen Wohnquartieren werden Teile der vorhandenen Grün- und Gehölzflächen erhalten und zu begrünten Quartiersplätzen umgestaltet. Die hier erhaltenen ehemaligen Stallungen könnten in Teilen als besondere Gestaltelemente der zukünftigen Wohnquartiere dienen. So kann durch „Zitate“ der historischen Substanz eine besondere Atmosphäre in den einzelnen Nachbarschaften geschaffen werden.